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JURGEN OSTARHILD

"CRASH" Potsdamer Platz, Berlin 2008

Study on visual perception

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"Taking pictures increases the visual impact " Jugen Ostarhild 2008

Nobody passed this instaltion without taking snapshots

In Zusammenarbeit mit dem Mobilvideo Anbieter ViiF entstand die Installation
"Crash" in der eine reales, anscheinend abgestürztes Auto gezeigt wird.
Damit leistet der experimentell arbeitende Fotograf Jurgen Ostarhild
einen nicht unerheblichen Beitrag zu einem gesellschaftsexistenten,
mittlerweile allgemein gültigen Habitus. Diesem auf Reiz angelegten CRASH-Event,
folgt eine nicht weniger ironisierende als auch beweisliefernde Sichtweise als Studie: Die digitale Fotografie in Zeiten medialer Beschleunigung und deren allerortens komplette Verfügbarkeit! Jeder hat Zugang, sekundenschnell, jeder machts, drückt ab! Einem Virus gleich, ist die Verbreitung, ob Handy oder Digicam weltweit exponential wachsend verfügbar. Das Foto wird weltweit vervielfältigt, wird einer schnellen, breiten Masse zugänglich. Verlust von Aura und Originalität gepaart mit Erweiterung um eine populäre Konstante gehen Hand in Hand. Die kinderleichte Handhabung ist dem einstigen fotografischen Handwerk als fast verloren gegangenes Modell gewichen. Der ansteckende, triviale Charakter des digitalen Index erschafft zusätzlich Flüchtiges in unserer bestehenden Bilderflut.

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Fiktion und Realität werden unkontrolliert vermischt. Mögliche unsichtbare Assoziationen werden freigesetzt, die schiere Vielfältigkeit und
Beliebigkeit sind nicht mehr zu stoppen. Ostarhilds Vokabular
speist sich ansonsten größtenteils aus dem Verlangen mittels Dokumentation die serielle Vielfalt des Menschen durch seine Gesichter festzuhalten.

Das Projekt funktioniert sensationell einfach:
Das real bereits gecrashte, eingegrabene Auto wird als Erlebnis a posteriori
empfunden. Es ist schon der vollzogene, letzte Akt der Aktion, die der
Passant verpasst hat und immer verpasst haben wird. Das ist wiederum
a priori im Wesen der Installation angelegt. Deshalb waechst der Reiz ein Foto zu schiessen, um das finale Bild, das einzig mögliche, festzuhalten. Nach der visuellen Rezeption kommt ein unwillkürlich automatischer sogar zwanghafter Griff zur Camera/ Handycamera. Das Gesehene wird als Erlebnis bewertet und fotografisch festgehalten. Das Sehen als solches, wird durch diesen Akt des Fotografierens verstärkt.


Als direktes Feedback wurden die Passanten beim Festhalten dieser Situation fotografiert. Fotos der fotografierenden Passanten, Fotos der fotogenen Situation. Es handelt sich hierbei um eine weitere originelle Inszenierung von "street photography". Diese populäre Kultur greift J.O. dort an, wo sie passiert und dies mit gleichen Mitteln.

Ariane Blankenburg

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Autoportrait